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“Der Pfeil, als die starke Idee einer Linie, wird unfreiwillig zur Arabeske, und die Gewalt, die sich auf den anderen Pfeil entlädt, ergibt einen komischen Scherz der Natur, ein Schnelles, das von einem Langsamen gefangengesetzt wurde – wie ein Hirschgeweih, das im Stamm einer Eiche ‘eingewachsen’ ist oder das schwarze Schmetterlingspaar, auf ewig im Liebesakt erstarrt im durchsichtigen Kern eines grausamen Bernsteins.”
Manlio Brusatin: Geschichte der Linien. Berlin 2003 via Hannes Kater (Lieblingspfeile)
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lf: bi-axiales writing
vs:
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“Der Bewegungsdrang der Zeichner läßt starre Schriftzeichen laufen lernen, er betört ihre Balken, verbiegt und verknotet sie zu Formen. Sind sie mit imaginären Farbpaletten ausgemalt, gleichen sie Reptilien, Kriegsschiffen oder Kugelblitzen. Die ‘styles’ sollen schließlich in wunderlichen Farbkombinationen aus Aubergine, Melonengelb und Smaragdgrün die Schlacht an den Wänden entscheiden.” Jo Irrläufer - Vom Untergrund zur Oberfläche 2003
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verortung von graffiti anschließend der luftschlangen von schreibschrift, den reisesignaturen, den initialien der buchkunst, den beweglichen lettern des buchdrucks, der abstrakten dichtung*, den neonschriften
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“Die abstrakte Dichtung löste, und das ist ein großes Verdienst, das Wort von seinen Assoziationen, und wertete Wort gegen Wort; speziell Begriff gegen Begriff, unter Berücksichtigung des Klanges. Das ist konsequenter als Wertung poetischer Gefühle, aber noch nicht konsequent genug. […] Die konsequente Dichtung ist aus Buchstaben gebaut. Buchstaben haben keinen Begriff. Buchstaben haben an sich keinen Klang, sie geben nur Möglichkeiten zum Klanglichen […] Das konsequente Gedicht wertet Buchstaben und Buchstabengruppen gegeneinander.” Kurt Schwitters - Konsequente Dichtung (1924)
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“Wenn das einzelne Wort so steht, daß es unmittelbar zu fassen ist, so braucht man eben nicht viele Worte zu machen. Man darf es dann sogar nicht, weil man sonst das Wort umstellt, unsichtbar macht. Die Kunst aber ist es, das sichtbare Wort sichtbar oder wieder sichtbar zu machen. Welchem Künstler ist es je eingefallen, ein Gebäude aus edlen Steinen zu bemalen. Man bemalt, um edle Steine vorzutäuschen. Und doch ist jeder Stein edel, wenn er Stein ist. Und jedes Wort ist edel, wenn es Wort ist. Und diese Dichter bemalen diese edlen Wörter, oder sie stimmen sie nach ihren Verstimmungen ab. Dem einen paßt die Liebe, dem andern paßt sie nicht, dem einen paßt die Sonne, dem andern paßt der Regen. Und alle diese endlichen Verstimmungen werden als unendliche Stimmungen vorgesagt und eingeredet. Was geht das Wort die Stimmung an. Was geht das Wort die Persönlichkeit an. Die Persönlichkeit bedient sich des Wortes. Das Wort wehrt sich, indem es der Persönlichkeit nicht dient. Das Wort herrscht das Wort beherrscht die Dichter. Und weil die Dichter herrschen wollen, machen sie gleich einen Satz über das Wort hinweg. Aber das Wort herrscht. Das Wort zerreißt den Satz, und die Dichtung ist Stückwerk. Nur Wörter binden. Sätze sind stets aufgelesen.” Herwarth Walden - Das Begriffliche in der Dichtung (1918)
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“Der Reiz eines eigenen Namens kommt durch die Bildung und Beseelung des Wortes zustande. Für mich ist es die Geburt eines Vehikels im Sinne eines Hilfsmittels, mit dessen Hilfe man einen bestimmten Weg gehen kann. Ich bilde also ein Wort und setze dieses Wort gleich mit meinem Ich. Damit wird das Ich zu einem Bild, welches meinen Namen trägt. Dieser Name ist das Vehikel, mit dem ich mich verwirkliche. Ich begreife das Wort als einen Körper, es ist die Erweiterung meiner Person im Raum. Mein Name ist damit zu einem Symbol geworden.” Zast, 2003
(Quelle: erdnaxelalexandre)
Theodor W. Adorno: Ästhetische Theorie, Gesammelte Schriften, Band 7, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1990, S. 130 (via abendgesellschaft)